Tarek Al-Wazir zu Gast bei der BARIG Vollversammlung

•  Hessischer Wirtschaftsminister und Fluggesellschaften diskutieren über die Zukunft des Luftverkehrs
•  Airlines arbeiten konstruktiv an Maßnahmen zur Lärmreduzierung mit
•  BARIG fordert klare Standortentwicklung für Frankfurter Flughafen; „Verlässliche Perspektiven sind dringend erforderlich“


Frankfurt am Main, 20. November 2014: Der Hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung Tarek Al-Wazir war gestern am Frankfurter Flughafen Gast der Vollversammlung des Airline-Verbandes BARIG e.V. (Board of Airline Representatives in Germany). BARIG ist die gemeinsame Interessenvertretung von rund 100 nationalen und internationalen Passagier- und Frachtfluggesellschaften in Deutschland.

Michael Hoppe, Vorsitzender des BARIG: „Wir befinden uns zu einer Reihe wichtiger und zukunftsweisender Themen in einem konstruktiven Dialog mit Herrn Al-Wazir. Daher freuen wir uns, dass er gestern im Rahmen der Vollversammlung seine Standpunkte vorstellte und anschließend mit unseren über 80 anwesenden Mitglied-Airlines, die jährlich mehr als 160 Millionen Flugpassagiere nach und ab Deutschland befördern, diskutierte.“

Al-Wazir: Landesregierung will wettbewerbsfähigen Flughafen
Minister Al-Wazir würdigte die ökonomische Bedeutung des Frankfurter Flughafens: „Die Landesregierung will, dass er wettbewerbsfähig bleibt.“ Zugleich wies der Minister auf die erheblichen Belastungen des Flugbetriebs für die Bewohner der Rhein-Main-Region hin: „Die wirtschaftliche Entwicklung des Flughafens kann deshalb nicht alleiniger Maßstab der Politik sein. Es ist vorrangiges Ziel der Landesregierung, die Belastungen weitestmöglich zu verringern, ohne die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens einzuschränken.“ Die voraussichtlich von Frühjahr 2015 an geltenden siebenstündigen Lärmpausen folgten dieser Linie: „Wir planen auf der Grundlage des geltenden Planfeststellungsbeschlusses keine Kapazitätseinschränkung, sondern wir planen eine intelligentere Nutzung der vorhandenen Infrastruktur während der Nachtrandstunden im Sinne der Bürgerinnen und Bürger.“ Al-Wazir dankte den Luftverkehrsunternehmen für ihre bisherige konstruktive Mitarbeit an diesem Konzept.

Im Interesse der Anwohner, aber auch im wohlverstandenen Interesse des Flughafens und seiner Nutzer prüfe die Landesregierung ergebnisoffen die Notwendigkeit eines dritten Terminals zum jetzigen Zeitpunkt, sagte der Minister: „Eine Investition von über zwei Milliarden Euro ist eine betriebswirtschaftliche Herausforderung, die sorgfältig erwogen sein will. Dazu gehört auch die Frage nach alternativen Antworten auf die Annahmen zur Entwicklung des Verkehr- und Passagieraufkommens in Frankfurt.“

BARIG: Sinnvolle Lärmschutzmaßnahmen am Frankfurter Flughafen
Das BARIG Full Board Meeting am gestrigen Tag verdeutlichte einmal mehr die Bereitschaft der nationalen und internationalen Fluggesellschaften, auch bei derzeit stark diskutierten Fragen wie dem Lärmschutz für Anwohner des Frankfurter Flughafens Lösungen für alle Beteiligten zu finden. So leisten sie beispielsweise mit dem Einsatz moderner Technik wie die mit Wirbelgeneratoren ausgestatteten Airbus A320-Flugzeuge der Lufthansa einen wichtigen Beitrag zur Lärmminderung. Auch sind aus BARIG-Sicht Lärmpausen prinzipiell denkbar. Allerdings dürfen Angebotsqualität und -vielfalt sowie wirtschaftlich notwendige betriebliche Abläufe der Airlines durch diese Pausen nicht zusätzlich beschnitten werden.
Anderenfalls würde es für den Standort Frankfurt zu weiteren, nicht mehr hinnehmbaren Nachteilen im internationalen Wettbewerb kommen.

Die geplante Erweiterung des Frankfurter Flughafens muss fortgeführt werden
Darüber hinaus bekräftigte der BARIG-Vorsitzende Michael Hoppe abermals seine Forderung nach zukunftsgewandter Planungssicherheit für die Passagier- und Frachtfluggesellschaften: „Wir brauchen Klarheit und Perspektive in Bezug auf die Weiterentwicklung Frankfurts als wettbewerbsfähigen und kosteneffizienten Weltflughafen. Die wichtige Drehscheibe des internationalen Luftverkehrs ist das Rückgrat der Luftverkehrswirtschaft und der Industrie, für die Region und für Deutschland, nicht zuletzt aufgrund seiner geographischen Lage im Herzen Europas.“

Während der Frankfurter Flughafen mit seiner aktuell bestehenden Infrastruktur schnell an die Grenzen seiner Entwicklungsmöglichkeiten stoßen würde, kann das internationale Umfeld stark wachsen. Der Bau des Terminals 3 ist daher unerlässlich. Schon heute kann über die Hälfte der Passagiere ihre Maschinen nicht direkt vom Terminal aus erreichen, sondern muss umständlich mit Bussen aufs Vorfeld gebracht werden. Ein unhaltbarer Zustand, den es weltweit bei keinem anderen Flughafen dieser Größenordnung gibt.


Michael Hoppe: „Zum geplanten Terminal 3 gibt es keine Alternative, soll der Frankfurter Flughafen nicht weiter an Attraktivität für die Fluggesellschaften verlieren. Denn dies wäre unmittelbar mit der Gefahr verbunden, dass Airlines künftig stärker als bisher Passagierverkehre und Fracht an Deutschland vorbeiführen und andere Flughäfen im Ausland favorisieren. Das wäre bei den aktuell angespannten Wirtschaftsaussichten eine düstere Perspektive für Arbeitsplätze und wirtschaftliche Stabilität.“

BARIG fordert daher ein klares Signal an die Branche, dass die Expansion des Frankfurter Airports in seinen bestehenden und politisch klar festgelegten Plänen fortgeführt wird – und zwar zu wettbewerbsfähigen Kosten für die Airlines.

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